Steigende Mieten – und was die Wissenschaft dazu zu sagen hat

»Arm durch Wohnen? Wie Mieten bezahlbar bleiben«: Dies war der Titel einer 90-minütigen Podiumsdiskussion, die am 31. Mai im Braunschweiger Haus der Wissenschaft stattfand und direkt auf YouTube gestreamt wurde. Wer sie nicht komplett verfolgen will, dem sei die 6-minütige Best-Of-Fassung empfohlen. Veranstalter war die-debatte.org, die sich zum Ziel gesetzt hat, »wissenschaftliche Fakten und Perspektiven in gesellschaftliche Debatten« einzubringen.

Zuschauen lohnt also. Gleich drei ProfessorInnen waren zu Gast. Susanne Heeg, Humangeographin an der Universität Frankfurt, kritisierte die im Zuge von Neubauprojekten erfolgende Verdrängung jener, die ein Stadtviertel überhaupt erst interessant gemacht haben. Carsten Keller von der Universität Kassel forderte »die Regulierung des Wohnungswesens im Sinne einer neuen Gemeinnützigkeit und einer Herausnahme aus dem Finanz- und Casinokapitalismus«. Tanja Kessel wiederum, Expertin für Immobilienmanagement an der TU Braunschweig, sieht die steigenden Mieten als »Fluch der guten Konjunktur« und erwartet von den Kommunen, dass sie bezahlbare Mieten als eines ihrer wichtigsten Ziele definieren.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Mai Thi Nguyen-Kim, promovierte Chemikerin und erfolgreiche Wissenschafts-YouTuberin, und von Christoph Koch, Ressortleiter Wissenschaft beim Stern.

Wohnen für alle: Architekturausstellung stellt Entwürfe für bezahlbares Wohnen vor

Erstmals in Deutschland wurde vor einigen Monaten ein Architekturpreis für bezahlbares und gutes Wohnen ausgelobt: »Wohnen für Alle: Neues Frankfurt 2018«. Nun zeigt eine sehenswerte Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum die eingereichten Entwürfe.

Die Initiatoren des Preises sind drei Frankfurter Institutionen: das Dezernat für Planen und Wohnen der Stadt, das Deutsche Architekturmuseum sowie die städtische Immobiliengesellschaft ABG. Um den Preis konnten sich laut Ausschreibung »aktuell realisierte, bezahlbare und gute Wohnbauprojekte in Europa« bewerben. Die Preisträger sollen insgesamt 50.000 Euro erhalten.

Der Katalog ist erst für 2019 angekündigt.